Geschichte des Sattels IEine kleine Geschichte der Sattlerei: Wann genau der Mensch begann, die Häute der Tiere zu gerben ist unbekannt. Es muß davon ausgegangen werden, das die frühen Jäger alles verwertbare der Beutetiere benutzten. Was nicht gegessen werden konnte, wurde anderweitig eingesetzt, als Riemen, Bänder, Körperbedeckung, Lagerstatt... Um die Häute nun lange haltbar und zu besonderen Zwecken verwendbar zu machen, dachten sich die vorgeschichtlichen Menschen viele unterschiedliche Vorgehensweisen aus. Diese waren, je nach dem Verwendungszweck und der Umgebung unterschiedlich. So wurde mit Talg gegerbt, geräuchert, Kalk eingesetzt oder mit Urin gegerbt. Verfahren, die in ganz ähnlicher Form noch heute eingesetzt werden. Nächster Arbeitsschritt war nach der Gerbung eine Verarbeitung der Leder und Fellteile zu Bekleidung und Gebrauchsgütern. Mit dem Seßhaftwerden und dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht nahm die Bedeutung des Bekleidungsleders etwas ab und dafür wurden die Lederbedarfsartikel wichtiger. Bei allen Kulturen entwickelte sich eine Berufsgruppe, die man mit jener der Sattler vergleichen kann, und ohne welche die Streitwagenkultur der Sumerer oder Ägypter nicht realisierbar gewesen wäre. Auch wären Kriege in dem Maße undurchführbar gewesen, denn Panzerung und Zubehör lieferte in großem Maße die Sattlerei.
Von der Vorzeit zur Neuzeit: Das Pferd entwickelte sich vom Zug- zum Reittier und es wurde auf dem blanken Pferderücken gesessen. mit den Römern und den Skyten kamen Sättel auf. Man hatte festgestellt, das Reiter und Pferd lange Strecken besser überstanden, wenn die Reiterlast über eine möglichst großen Fläche verteilt wurde. Zugpferden wurde nun auch ein Kummet aufgelegt. Die Sattlerei trieb Blüten, indem auch die Verzierung der Sättel und des Lederzeuges immer aufwendiger wurde. Im Mittelalter wurden Sattler auch zur Bespannung von Sitzmöbeln eingesetzt, fertigten alles Sattel- und Riemenzeug, Feinmetallarbeiten zu Beschlagszwecken und Kriegsgüter wie Schilde, Lederharnische, lederne Unterwäsche für Rüstungen. Der Beruf des Täschners bildete sich als eigenständiger Zweig und fertigte Behältnisse wie Koffer und Taschen mit teilweise kunstvollsten Verzierungen und Edelmetallbeschlägen, oft auch mit Edelsteinen besetzt. Dazu gehörten auch Bucheinbände. Erst mit der Erfindung beweglicher Lettern und des Buchdrucks in hohen Auflagen nahm die Fertigung aufwendiger Bucheinbände ab und die Täschner-Innung ging wieder in der Innung der Sattler auf, deren eigenständiger Teil sie jedoch blieb.
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