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Entwicklung des Westernsattels
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Geschrieben von: Lukas Hodiamont   
Samstag, 30. Oktober 2004 00:00

Die Entwicklung des Westernsattels

Als Columbus Amerika entdeckte, war das Rittertum in Spanien auf seiner Hochblüte. Die Sattelkunst hatte inzwischen durch die Maurischen Einflüsse deren Lederkunst entdeckt und assimiliert. Spanische Sättel der Konquistadoren waren Meisterstücke der mittelalterlichen Sattelkunst, mit hohem Forderzwiesel und hoher Lehne um dem Ritter den sicheren Sitz zu gewährleisten.
Nicht zuletzt die gepanzerten Rösser der spanischen Ritter werden den amerikanischen Ureinwohnern den Kampfesmut geraubt haben.
Nach dem die meisten Völker unterworfen waren, wurde die Rüstung weniger wichtig, man konnte schnelle, leichte Pferde verwenden, leichte Rüstungen, die Sättel wurden wieder bequemer. 
Nun traten die Christianisierung und die Landbebauung in den Fordergrund. Die Christianisierung wurde auch am Sattel deutlich sichtbar: die Steigbügel nahmen nun oft die Form eines großen Kruzifixes an. Die früher benötigten großen Sattelschuhe, die dem Fuß in schwerer Rüstung halt gegeben hatten wurden nicht mehr benötigt.

Da die Materialien in den frühen Kolonien andere waren als in Europa, ging auch die Sattelkunst bald einen anderen Weg. Anstelle großflächiger bestickter Gewebedecken wurden nach Vorbild der Maroquinerie gestaltete Lederüberwürfe genutzt. Diese lagen lose über dem Sattelbaum und wurden Mochilla genannt. Zum Schutze der Reiterbeine im dornigen Gelände wurden Lederüberwürfe daran befestigt, aus denen sich später die Chaps der Cowboys entwickelten. Holzsteigbügel lösten die Metallsteigbügel ab.
Da Rinder die Hauptertragsquelle darstellten, und man diese einfangen und transportieren musste, wurden dem eingefangenen Tier Stricke umgelegt, deren andere Seite man zuerst dem Pferd an den Schweif band. Bald jedoch wurde das Horn erfunden, an dem sich das Seil viel besser befestigen ließ. Die lederne Mochilla wurde mit Taschen beiderseits des Horns versehen, am hinteren Teil wurden Ringe angebracht, um Satteltaschen oder Pakete zu befestigen.Mother Hubbard Saddle

Mit zunehmender Besiedelung kamen auch andere, parallelentwickelte Sättel von Europa nach Amerika. Nordwesteuropa hatte hinsichtlich des Sattels eine andere Entwicklung genommen, der Sitz war nach dem Verschwinden der Rüstungen flacher und der Sattel kleiner geworden. Die bessere Infrastruktur hatte die Bildung eines Hirtensattels unnötig gemacht. Wo sie in Bereichen noch notwendig gewesen war, z.B. in der Carmarque oder in Andalusien, war jedoch die alte Form erhalten geblieben.
Im 19. Jahrhundert ritt man zur sportlichen Erbauung oder aus militärischen Gründen in Europa auf einem flachen kleinen Sattel, der sehr leicht war. Die Steigbügel waren klein, Riemen zierlich, der Baum zugunsten einer Polsterung auf einen Vorderzwiesel und rudimentäre Trachten reduziert. Bevorzugt ritt man schnelle, kurze Ritte, Jagten oder Militärgefechte. Für lange Reisen nutzte man seit dem Mittelalter Kutschen. So war auch der Sattel nicht den auf dem amerikanischen Kontinent herrschenden Zwang ausgesetzt, lange Ritte zu machen, bei denen Pferd und Reiter nicht ermüden sollten. Man nahm üblicherweise kein Gepäck mit, es gab Gasthäuser so das man auch für Verpflegung nicht sorgen musste. Alles in allem ergaben sich die Unterschiede in der Sattel-Form durch die vollkommen unterschiedliche Verwendung.
Die nach Amerika gekommenen Siedler und Soldaten ritten auch zuerst auf den ihnen gewohnten Sätteln, stiegen aber bald um in die gebräuchlichen spanisch geprägten Satteltypen. Jedoch wurde durch die englischen Reitgewohnheiten eine abnehmbare Mochilla in eine feste mit dem Sattel verbundene Decke verändert, der Mother Hubbard Sattel ist der erste, der diese feste Verbindung zeigt.


 

McClellan SaddleUS Ringgold Dragoon Saddle 1844 Beim Militärsattel ging der Trend zu einem leichten, preiswerten Sattel. Der Hope oder Hope Style Sattel war die erste, oft kopierte Form. Er erschien um 1846 und wurde als Experiment zwischen 1855 und 1858 vom ersten und zweiten US Cavallerieregiment benutzt. Er bestand nur aus einem mit Rohhaut überzogenen Baum und dem Riemenwerk. Soldaten die es sich leisten konnten ließen ihn sich jedoch gleich nach ihren Wünschen verändert anfertigen. Ähnlich dem Hope-Sattel war der McClellan, der jedoch auf Grund seiner unbequemen Form bei den Soldaten besonders unbeliebt war.
Bis 1890 wurden immer wieder Sättel mit abnehmbarer Mochilla gefertigt, danach verschwanden sie völlig.

 

 

Leather CarvingAls Besonderheit ist hier das Leather-Carving an Westernsätteln zu erwähnen. Anlehnend an die mit den Spaniern nach Amerika gekommene Kunst der Maroquinerie entwickelte sich eine Art der Lederverzierung die der Holzschnitzerei ähnlich ist. Man kann sagen das es sich dabei um eine ureigene amerikanische Lederkunst handelt die in der Form keine Vorbilder in Europa hat und erst von Amerika wieder nach Europa kam. Halbreliefartige plastische Formen werden dabei in Leder gearbeitet, vorwiegend stilisierte Ornamente aus dem Pflanzenreich, jedoch sind der schöpferischen Phantasie keine Grenzen gesetzt.

 
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