Geschichte Sattel I Moderner Sattel
Moderner Westernsattel
Der moderne Westernsattel Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lukas Hodiamont   
Samstag, 30. Oktober 2004 00:00

Der moderne Westernsattel

Die Entwicklung zum modernen Western-Sattel:
Westernsattel mit Wood-Posthorn Wann genau man begann, das Sattelhorn nicht mehr als hölzerne Fortsetzung des Sattelbaumes zu fertigen ist Vermutung. Die bis dahin gebaute einteilige Sattelbaumform, in der das Horn aus Holz gefertigt war, hatte den Nachteil, das wenn ein Rind beim Einfangen mit dem Lasso dieses straffte, das Horn unter den Belastungen abbrach. Ab 1870 konnte man schon Ersatz-Hörner aus Stahl bekommen.
Die Fender bildeten sich ebenfalls mit dem Verschwinden des Mother Hubbard Sattels. Die Form des Mother Hubbard hatte bisher einen Einsatz von Fendern unnötig gemacht, die Mochilla hing soweit herunter, das die schlanken Steigbügelriemen nicht störten. Nun wurden die Skirts an die Seiten des Sattelbaums montiert, die breiten Riemen wurden erforderlich und es bildeten sich Laschen, die man Seat Jockeys nannte. Diese verkleideten den Übergang vom Sitz zum Fender.
Die Sattelformen entwickelten sich in den unterschiedlichen US-Staaten auf eigenen Wegen - die California Style Sättel bevorzugten eine runde Skirtform und Centerfire Rigging, die Texanischen eher die Square-Skirtform und Double-Rig. Rigging und Form wurde nicht zuletzt auch bestimmt durch die unterschiedlich Art des Ropens, war es in Kalifornien das Dally-Roping mit der Reata aus Rawhide, bei dem das Rope nicht fest am Sattelhorn saß, so wurde in Texas das Tie-Roping mit Hanfseilen fest am Horn bevorzugt.
Mit dem Einsetzen der großen Viehtriebe festigte sich die Sattelform. Cowboys fanden ihren besonderen Stil in derEdward H. Bohlin Showsaddle künstlerischen Ausgestaltung ihrer Ausrüstung. Von den Stiefeln bis zum Hut wurde jeder Zoll verziert. Sattel und Zaumzeug waren der Stolz ihrer Besitzer, mehr noch als die Pferde. Ein Sattel kostete oft dreiviertel Buffalo Bill des Jahresgehaltes, er war wichtigstes Ausrüstungsstück. Die Qualität ihrer Werkzeuge war diesen hart arbeitenden Männern sehr wichtig. Heute sind die Originale kostbare Sammlerstücke. An ihrer Schönheit habe sie nichts eingebüßt.
Mit dem Jahrhundertwechsel verschwanden die Viehtrecks, Cowboys arbeiteten auf Ranches, man ritt auch zur Erbauung, besuchte Rodeos, veranstaltete Shows. Die Filmwelt entdeckte den Western und Cowboystars wie Roy Rogers, Buffalo Bill zog mit seinem Western Circus durch die Welt. Die 101 Ranch wurde zum Westerncircus um Tom Mix, Hollywood vermarktete die Cowboyromantik. Der erste jemals gedrehte Film war ein "Western" (Edwin S. Porters The Great Train Robbery 1903). Nun wurden die Sättel verspielter, viele der heute gerittenen und angebotenen Sättel sind den um die Jahrhundertwende gerittenen sehr ähnlich, manche kopieren sogar deren Aussehen.

Moderner Reiningsattel mit Inskirt Rigging

Die letzte Veränderung an der Form des Westernsattels ist die Inskirt Rigging. Wurde vorher die Riemen zur Gurtung vor oder über die Fork und hinter das Cantle gelegt, so wurden nun Rigging-Plates in die Skirts eingebaut. Die Verwendung von doppelten Gurten ging stark zurück. Vorderzeug wurde ungebräuchlicher.

 
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