Geschichte Sattel I Sattel im Mittelalter
Sattel im Mittelalter
Der Sattel im Mittelalter Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lukas Hodiamont   
Samstag, 30. Oktober 2004 00:00

Der Sattel im Mittelalter

Über die genaue Entwicklung des Sattels in Europa ab dem Fall Roms bis zum Beginn des Mittelalters ist nur wenig bekannt. Nach und nach wird sich des Reiten nach Norden verbreitet haben, Hand in Hand mit dem Einsatz von Pferden. Im 6. Jahrhundert soll der Sattel in England eingesetzt worden sein.
Die Mauren überrannten die Spanier im 8. Jahrhundert auf dem Rücken schneller flinker Pferde. Nicht so erfolgreich sind sie in Frankreich gewesen, bei Poitiers wurden sie zurückgeschlagen. Einige Forscher vermuten, das zu diesem Zeitpunkt in Frankreich sich der Gebrauch des Steigbügels nochArabischer Sattel nicht durchgesetzt hatte. Erst im zehnten Jahrhundert hatten sich Sattel und Steigbügel in der europäischen Reiterei durchgesetzt.

Bedingt durch die gerade Position, in der die geharnischten Reiter zu Pferde saßen, wurde eine erhöhte Hinterlehne des Sattels notwendig, an die der Reiter sich lehnen konnte. Die Panzerung mit Metallpanzern, die Kettenhemd und Lederharnisch ablöste, verlangte nach schweren Pferden, um die vollständig umhüllten Reiter zu tragen. Da zu der vollständigen Panzerung auch die des Pferdes gehörte, ergab sich ein hohes Gewicht, das das Ross zu tragen hatte.
Mit jedem stärkeren Panzerelement wurde der Reiter unfähiger sich selbst im Sattel und im Gleichgewicht zu halten. Aus dem offenen Sitz der Satteldecke wurde so ein den Reiter umschließender Sattel, der eine Trennung oft unmöglich machte. Ohne diese feste Sitzform hätten die Ritter des Mittelalters nicht zu Pferde kämpfen können. Es entwickelte sich auch hier wieder ein stark künstlerisches Element, Sattel und die das Pferd manchmal ganz umhüllenden Schabracken wurden kunstvoll bestickt und verziert.
Durch die Entdeckung des Schießpulvers im 16. Jahrhundert verschwanden Panzer dann wieder. Jedoch brachte erst das Schießpulver die Möglichkeit des Widerstandes gegen Reiterhorden, die das Land überfielen.
Waren es zuerst besonders die Kriegerischen Reiterheere gewesen, die gesattelt ritten, wurden nun auch die zivilen Gruppen immer stärker beritten. Jedoch konnten sich nur wohlhabende Zivilisten Pferde leisten. Bauern gingen zu Fuß oder ritten Esel. Die Reitsättel des Mittelalters wurde immer prunkvoller. Sie besaßen einen einteiligen geschnitzten Baum, der unterseits dem Pferderücken angepaßt war und besaßen einen erhöhten Vorderzwiesel und einen flachen Sitz. Je nach Kleidermode variierte die Höhe der hinteren Lehne. Oft war der Holzbaum mit Edelmetallen und Elfenbein verziert. Nur das Riemenzeug bestand aus Leder, der Baum selbst wurde nur mit einer bestickten Decke abgedeckt.

 
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